Viele Menschen suchen heute zunächst im Internet nach ihrem neuen Traumjob. Die Vorteile liegen dabei klar auf der Hand: hohe Aktualität, ein riesiges Angebot und ein relativ unkomplizierter Bewerbungsprozess. Aber immer mehr Betrüger wollen ebenfalls von dieser Entwicklung profitieren. Sie posten falsche Stellenangebote für Online- und Berghüttenjobs, um Bewerber in eine Falle zu locken. Manche sprechen sogar von einem Job-Scam-Tsunami.
Dieser Artikel gibt praktische Tipps, wie man betrügerische Stellenanzeigen erkennen und vermeiden kann. So steht einer erfolgreichen Jobsuche in den Schweizer Bergen nichts mehr im Weg.
Ein erster Hinweis sind oft ausgesprochen vage Angaben zum Job selbst. Betrüger möchten nämlich in der Regel sehr oberflächlich bleiben, um möglichst viele Interessenten ansprechen zu können. Konkrete Anforderungen und Aufgabenbeschreibungen wirken da nur abschreckend. So erweitern sie ihren Zielkreis an potenziellen Opfern.
Doch auch unrealistische Konditionen stehen sprichwörtlich an der Tagesordnung. Vermeintlich attraktive Arbeitgeber zahlen plötzlich das Doppelte und Dreifache vom üblichen Gehalt einer Hüttenhilfe, ohne spezielle Anforderungen zu stellen. Oder sie bieten kurze, flexible Arbeitszeiten mit der Möglichkeit, die ganze Arbeit online von Zuhause erledigen zu können.
Im Zweifelsfall sollten Interessenten zunächst nachhaken und konkrete Fragen zum Jobangebot stellen. Ein hohes Gehalt muss schliesslich irgendeine Form der Verantwortung rechtfertigen und ein potenzieller Arbeitgeber sollte das einem auch erklären können.
Falsche Stellenanzeige gehen häufig mit finanziellen Forderungen im Laufe des Verfahrens einher. Die Betrüger gehen dabei durchaus kreativ vor und lassen sich allerlei mögliche Gründe einfallen. Ob für den Bewerbungsprozess, späteren Schulungen oder notwendiger Arbeitsausstattung – allesamt Kosten, die eigentlich durch das Unternehmen zu tragen sind.
Zudem verlangen die Betrüger oft schnelle Zahlungen, da man sonst im Prozess nach hinten rutscht, was die eigenen Chancen schmälert. Spätestens wenn nach Zahlungen ins Ausland oder mithilfe von Kryptowährungen gefragt wird, sollte eigentlich jeder den Betrug erkennen. Leider fallen aber nach wie vor sehr viele Bewerber auf diese Masche herein.
Finanzielle Forderungen sind immer ein klares Warnzeichen für einen Betrug. Kein seriöser Arbeitgeber in der Schweizer Bergwelt wird jemals danach verlangen, selbst wenn tatsächliche Kosten im Laufe des Bewerbungsprozess für das Unternehmen anfallen sollten.
Zudem möchten Betrüger ihre möglichen Opfer oft von einer Plattform oder Seite weglocken und einen Kontakt über eine Messenger-App aufbauen. Das gibt ihnen mehr Freiheit und reduziert das Risiko einer Sperrung auf der jeweiligen Jobplattform. Sie haben hier auch die Möglichkeit, zum Beispiel weitere Investment-Scams einzuleiten.
Hierfür bauen sie teilweise ganze Seiten nach, um einen seriösen Eindruck zu hinterlassen. Die Regel sollte aber immer lauten: Sobald eine Zahlung oder Überweisung notwendig wird, sollte das vermeintliche Jobangebot mit sehr viel Skepsis betrachtet werden. Das gilt vor allem dann, wenn hohe Gehälter oder Investment-Renditen versprochen werden.
In einigen Fällen laden die Betrüger sogar zu einem Video-Call über den Browser ein, um mehr Seriosität zu vermitteln. Solche Calls nutzen häufig die sogenannte WebRTC-Technologie, die in allen gängigen Browsern standardmässig aktiv ist. Grundsätzlich ist sie sicher und unproblematisch, doch über ein sogenanntes WebRTC-Leak könnte die echte IP-Adresse preisgegeben werden, was wiederum die allgemeine Online-Sicherheit beeinträchtig – und das, selbst wenn ein VPN aktiv ist. Daraus lassen sich zudem der ungefähre Standort und der Internetanbieter ableiten.
Eine moderne VPN-App mit WebRTC-Leak-Schutz kann ein solches Szenario verhindern und allgemein im Internet schützen. Die echte IP-Adresse bleibt verborgen, und der gesamte Datenverkehr wird sicher verschlüsselt. Manche Dienste warnen zudem vor betrügerischen Seiten, was einen weiteren Schutz bei der Jobsuche bieten kann.
Die meisten Fake-Jobs sind aufgrund vager Beschreibungen und hohen Versprechungen leicht zu erkennen. Betrüger möchten nämlich möglichst viele potenzielle Opfer auf einmal ansprechen. Wenn dann im Laufe des Verfahrens nach einem Kontakt via Messenger-App oder sogar nach Zahlungen gefragt werden sollte, ist die Chance auf Betrug sehr hoch.
Bewerber sollten dann besondere Vorsicht walten lassen, das Unternehmen genauestens recherchieren und im Zweifelsfall unbedingt externen Rat einholen. Die meisten Betrugsversuche haben dann kaum noch eine Chance. Einer erfolgreichen Suche nach einem Hüttenjob in den Schweizer Bergen steht dann nichts mehr im Weg.