Sichthilfe Notfall Stirnlampe

Stirnlampen - wann sie wirklich sinnvoll eingesetzt werden

Stirnlampen schaffen nicht nur zusätzlichen Komfort, sie können im Ernstfall auch Leben retten. Manchmal sind sie zudem einfach notwendig, zum Beispiel weil beide Hände frei sein müssen - wie es in Outdoor-Umgebungen regelmäßig der Fall ist. Wer im Gebirge unterwegs ist, ob beruflich oder in seiner Freizeit, sollte auf Stirnlampen daher nicht verzichten

Stirnlampen gehören zur Standardausstattung von Hüttenwarten

Hüttenwarte kennen das Gebirge wie ihre Westentasche: Das bedeutet aber nicht, dass die Natur plötzlich pauschal weniger gefährlich wäre. Meist sind Hüttenwarte sogar vor Sonnenaufgang oder nach Einbruch der Dunkelheit unterwegs, um zur Hütte auf- oder von ihr wieder abzusteigen. Im alpinen Gelände müssen die Hände zwangsläufig frei sein.
Die werden nämlich für viele Handgriffe gleichzeitig gebraucht:

- um Wanderstöcke und weitere Hilfsmittel zu halten
- zur Klettersteigsicherung
- um sich an Ketten und/oder Seilen festzuhalten
- zum Abstützen auf Geröll und Felsen

Stirnlampen sind da aus offensichtlichem Grund vorteilhaft, denn so bleiben nicht nur die Hände frei, zugleich folgt der Lichtkegel automatisch auch dem Kopf beziehungsweise der Blickrichtung.

Bei Suchaktionen kommen Stirnlampen fortlaufend zum Einsatz

Alles, was Licht spendet, ist bei Suchaktionen von großer Hilfe. Davon sind auch Hüttenbetreiber und deren Teams im hohen Gebirge betroffen. Die kämpften zuletzt in erheblicher Weise mit "No-Shows" - also Gästen, die sich zwar anmeldeten, aber dann nie erschienen sind. Anders als bei "normalen" Hotels spielen hier die Bedingungen eine Schlüsselrolle. Tauchen Gäste ohne Abmeldung nicht auf, fand ihr Trip vielleicht einfach nie statt - oder aber er fand statt, die Personen sind aber im Gebirge verloren und in ernsthafter Gefahr. Bei der Suche nach vermissten Gästen oder der Kontrolle von Zustiegswegen sind Stirnlampen ein unverzichtbares Werkzeug.

An Stromausfälle ist ebenfalls zu denken

Berghütten sind nicht selten gar nicht an das öffentliche Stromnetz angebunden. Sie nutzen stattdessen Solar- oder Wasserkraftenergie, häufig auch Generatoren. Dadurch kann es jederzeit zu Stromausfällen oder -engpässen kommen. Weil man sich in der Hütte natürlich noch zurechtfinden muss, sind die Stirnlampen dann auch in den temporären "heimischen" vier Wänden von Vorteil - zum Beispiel beim Abwasch, der Küchenarbeit oder einfach beim Toilettengang.

 

Stirnlampe in der Berghütte
© bildfotograf.ch

 

Wanderer und Hüttengäste sollten mindestens eine Stirnlampe einpacken

Tödliche Alpinunfälle oder Situationen, in denen Wanderer in eine missliche Lage geraten und auf externe Hilfe angewiesen sind, sind in der Praxis keine Seltenheit. Daher ist es umso wichtiger, sich vorab gründlich auf den Aufstieg (und späteren Abstieg) vorzubereiten. Stirnlampen zählen zur empfohlenen Grundausrüstung, sowohl bei geplanten Übernachtungen als auch Mehrtagestouren. Sicherheitshalber sollte auf diese aber auch bei Tagestouren nicht verzichtet werden. Auf der Route kann es, speziell beim Abstieg, immer zu Verzögerungen kommen. Für einen Abstieg, der womöglich teilweise bei Dämmerung stattfindet, müssen sich alpine Wanderer wappnen.

Worauf ist bei der Auswahl der Stirnlampen zu achten?

Für Stirnlampen mit Batterien beziehungsweise Akkus sind unbedingt zu bevorzugen, denn eine kontinuierliche Stromversorgung ist unterwegs natürlich nicht gegeben, auch in Berghütten kann sie nicht mit hundertprozentiger Sicherheit gewährleistet werden. Eine Leuchtkraft von 300 bis etwa 1100 Lumen ist empfehlenswert.
Praktisch ist zudem, wenn die Lampe auch einen Rotlichtmodus hat und hinsichtlich ihres Gewichts und Tragekomforts selbst bei mehreren Stunden Tragezeit nicht unkomfortabel wird.